Die Anbieter digitaler Fernsehanschlüsse sind mittlerweile zu ernsthaften Konkurrenten der DSL-Provider geworden. Alle Anbieter haben ihre ursprünglich nur für Fernsehübertragungen konzipierten Netze mittlerweile für eine Kommunikation in beide Richtungen aufgerüstet und können daher auch Internet- und Telefonanschlüsse anbieten.
DSL-Anbieter haben nach wie vor mit dem Problem zu kämpfen, dass sie ihre Kunden über den Telefonanschluss erreichen müssen. Telefonleitungen waren ursprünglich nur für den geringen Bandbreitenbedarf von Telefongesprächen ausgelegt. Aus diesem Grund beschränken die letzten zu überbrückenden Meter zwischen den DSL-Verteilerkästen und den Kundenanschlüssen die Leistungsfähigkeit von DSL und VDSL empfindlich. Demgegenüber verfügen die Kabelanbieter über ein Breitbandnetz, das von Beginn an für die Übertragung zahlreicher Fernsehkanäle in jede Wohnung ausgelegt war. Dieses Breitbandnetz reicht daher bis in die Wohnung des Kunden und nicht nur bis zu einem Verteilerkasten am Straßenrand. Vielerorts können diese Provider daher Internetanschlüsse mit bis zu 132 MBit/s anbieten, womit selbst die schnellsten VDSL-Anschlüsse deutlich übertroffen werden.
Kunden können nicht zwischen mehreren Kabelanbietern wählen, sondern sind auf den regional zuständigen Provider angewiesen. In Baden-Württemberg bietet Kabel BW solche Anschlüsse an, in Nordrhein-Westfalen und in Hessen Unitymedia. In allen übrigen Bundesländern ist Kabel Deutschland der zuständige Provider. Einige Hausnetze werden von regionalen Anbietern betreiben, die meisten dieser Anbieter sind heute in der TeleColumbus Gruppe zusammengeschlossen. In diesen Fällen ist der Hausnetzbetreiber der Vertragspartner des Kunden.
Die genauen Tarifdetails ändern sich schnell, aktuelle Angebote sind auf den Homepages der Anbieter zu finden. Grundsätzlich ist aber festzuhalten, dass digitale Fernsehanschlüsse nach wie vor das Kerngeschäft dieser Provider bilden. Wer sich für einen solchen Anschluss entscheidet, kann den Internetanschluss zu konkurrenzlos günstigen Konditionen hinzubuchen. Kunden, die nur einen Internetanschluss möchten, müssen in etwa mit marktüblichen DSL-Preisen rechnen. Trotz der höheren Geschwindigkeiten bewegen sich die Anschlusspreise üblicherweise auf dem Niveau von schnellen DSL-Anschlüssen.
Wenngleich Kabel Internetanbieter üblicherweise in DSL-Vergleichen berücksichtigt werden, bieten sie aus technischer Sicht gänzlich andere Anschlüsse an. Außer bei der höheren Geschwindigkeit merkt der Kunde jedoch nichts davon. An die Stelle des an den Telefonanschluss anzuschließenden DSL-Modems tritt das Kabelmodem, das direkt an den Kabelanschluss angeschlossen wird. Die Anschlussmöglichkeiten an das Kabelmodem sind dieselben wie bei DSL, also entweder per WLAN oder über die Netzwerkkarte des Rechners. Ob der eigene Kabelanschluss internetfähig ist, kann (meistens!) relativ leicht erkannt werden: Die Kabeldose in der Wand verfügt dann über drei statt zwei Anschlüsse. Diese erste Sichtkontrolle ersetzt aber nicht den Verfügbarkeitscheck auf der Homepage des Anbieters!